|
|
|

Nickel ist Schlüsselkomponente in Gussteilen für Windturbinen
von Dean Jobb
Nickel Magazine, Juni 2007 -- Bemühungen zur Reduzierung der Schadstoffemission und
Milderung des globalen Erwärmungseffektes erzeugen weltweit die Nachfrage für durch Windkraft erzeugte
saubere Energie – und schaffen gleichzeitig einen vielversprechenden neuen Markt für Nickel.
Die massiven Komponenten der Windturbinen -- Rotornaben, Getriebegehäuse, Grundplatten, Getrieberäder und
Achsen – sind aus Sphäroguss gegossen, der einen ca. 10%igen Gewichtsvorteil gegenüber Kohlenstoffstahl hat.
Das Metall muss den hohen Normen hinsichtlich Schlagfestigkeit entsprechen und da spielt Nickel eine
Schlüsselrolle.
“Turbinenhersteller suchen nach einer Sphärogusslegierung mit bestimmten entscheidenden Eigenschaften,
einschließlich guter Schlagfestigkeit bei niedrigen Temperaturen (in nördlichen Klimazonen),” meint Rick
Gundlach, leitender Metallurge bei Stork Climax Research Services in Wixom, Michigan, U.S.A. “Bei
konventionellem Gusseisen mit Kugelgraphit ohne Nickelanteil wäre es schwierig, diese mechanischen
Eigenschaften zu erreichen.”
Konventionelles Gusseisen mit Kugelgraphit enthält 2 oder 3% Silizium, das einerseits das Metall
verstärkt, aber es andererseits bei niedrigen Temperaturen spröde macht. Ein Zusatz von 0.5 - 1% Nickel beim
Gießverfahren (GGG 40.3) reduziert den Bedarf an Silizium und ermöglicht die spezifizierte minimale
Schlagfestigkeit für Windturbinenkomponenten bei einer Temperatur von minus
20°C.
“Windkraftingenieure wünschen kein sprödes Material, sie brauchen Zähigkeit bei niedrigen Temperaturen,”
meint James Mullins, technischer Director der Ductile Iron Society von Nordamerika. “Nickel ist eines der
wenigen Elemente, das Eisen stärkt, aber nicht versprödet.”
Der Zusatz solch geringer Nickelmengen mag unwesentlich erscheinen, aber nur, wenn man die Größe der
gegossenen Komponenten nicht in Betracht zieht. Rotornaben sind ringförmige Gussteile zur Aufnahme der
Windflügel und anderer Komponenten mit einer zentrierten, mannshohen Bohrung. Jede einzelne Nabe kann bis
1.600 kg schwer sein. Man benötigt zwischen 32 und 45 Tonnen Sphäroguss um eine 4,5-MW Windturbine zu bauen,
die Energie für 1.500 Einfamilienhäuser erzeugt. Größere Turbinen sind in Entwicklung und noch größere
Turbinen werden für die Zukunft erwartet.
So würde eine einzelne Turbine bestehend aus 45 Tonnen Gussteile fast eine halbe Tonne Nickel enthalten.
Nur 20 Hersteller weltweit haben die Kapazität Gussteile dieser Größe herzustellen “und sie verwenden
Lastwagenladungen Nickel,” sagt Mullins.
“Es herrscht z.Zt. ein unglaublicher Druck viele dieser Windturbinen herzustellen,” setzt Gundlach hinzu,
der vertraglich für die Qalitätssicherung zweier amerikanischer Gießereien zuständig ist. “Sie können nicht
schnell genug produziert werden.”
Die Nachfrage nach Windturbinen wächst nicht nur in Menge sondern auch an Größe. Die American Wind Energy
Association (AWEA) schätzt, dass im Jahr 2007 durch Windkraftenergie in Amerika 31 Milliarden KW-Stunden
Elektrizität erzeugt werden, mit einer Zuwachsrate in U.S.A. von geschätzten 30% pro Jahr. Insgesamt ist
Nordamerika allerdings sehr langsam, Windkraftanlagen bereitwillig anzunehmen. In Europa, wo die kommerzielle
Energieerzeugung aus Windkraft fest etabliert ist, wird nickelhaltiger Sphärogusss im Turbinenbau schon seit
Mitte der 90er Jahre eingesetzt.
Die amerikanische Regierung hat ihre Steuererleichterung für Windkraftenergieerzeuger bis Ende 2007
verlängert, was zu einer gewissen Stabilität beiträgt, nachdem bis anhin für Windturbinen ein Boom– und
Krisenmarkt bestand. Laut der AWEA öffneten vier Windturbinenhersteller im Jahre 2006 neue amerikanische
Betriebe und etablierte europäische Herstellungsunternehmen errichten Filialen, um den wachsenden
amerikanischen Markt zu beliefern.
Die amerikanischen Gießereien rüsten ihre Werkzeuge für die benötigten Gussteile neu um. Cast-Fab
Technologies in Cincinnati, Ohio, verkauft z.B. mehr als ein Viertel seiner Gussproduktion an
Windkraftenergieerzeuger, laut Engineered Casting Solutions Magazin.
“Es herrscht eine derartige Nachfrage für windbetriebene Generatoren, dass deren Hersteller nicht genügend
Gießereikapazität finden können, um die Gussteile zu beschaffen,” bemerkt Gundlach. “Wir haben eine solche
Marktentwicklung seit langem nicht mehr gesehen.”
Dean Jobb ist ein in Halifax, Neuschottland, ansässiger freier Mitarbeiter.
Fotos: iStock and General Electric

Climax Research Services
51229 Century Court
Wixom, Michigan
48393-2074
Tel.: (248) 960-4900
Fax: (248) 960-4970
Email: info.crs@stork.com
Ductile Iron Society
28938 Lorain Road, Suite 202
North Olmstead, Ohio
44070
Tel.: 440-734-8040
Fax: 440-734-8182
E-mail: jhall@ductile.org
|
|