Zeit der Entscheidung bei amerikanischen Energieversorgungsbetrieben
|
Nickel Magazine, März 2007 -- Die Zeit drängt für amerikanische Kraftwerke mittels dramatischer Reduktionen der Schwefeldioxid-(SO2) und anderer Emissionen die Anforderungen des “Clear Skies Act“ von 2003 und ähnliche Vorschriften zu erfüllen. Nickelverbindungen und nickelhaltige rostfreie Edelstähle helfen, dieses Ziel zu erreichen. “Clear Skies“ Vorschriften für den Abbau des SO2, Nitrogenoxids (NOx) und Quecksilbers in Kraftwerken wurden zwar entworfen, sind aber vom Amerikanischen Kongress bis dato noch nicht genehmigt worden. Im Jahre 2005 hat dann die amerikanische Umweltschutzbehörde (EPA) die „Clear Air Interstate“ Richtlinien (CAIR) eingeführt, die Emissionseindämmung in den östlichen Bundesstaaten vorschreibt. Nach vollständiger Durchsetzung werden durch CAIR die Schwefeldioxidemissionen in diesen Staaten um mehr als 70% reduziert sein. Zur Zeit haben alle mit fossilem Brennstoff befeuerten Kraftwerke mit einer Kapazität von über 25 Megawatt eine Emissionsbeschränkung von 0,54 kg SO2 pro Million Britischer Wärmeeinheit (BTU) Wärmeeinspeisung und benötigen eine Bewilligung für jede ausgestoßene Tonne SO2. Die Betreiber neuer Kraftwerke müssen sich den “New Source Performance Standards“ beugen, indem sie die modernste Rauchgasentschwefelungstechnologie (FGD) einsetzen. Jede schon bestehende Anlage muss als neue Quelle geprüft werden, wenn die Anlage durch Modernisierung einen Punkt erreicht hat, bei dem höhere Emissionen entstehen. Amerikanische Energieversorgungsbetriebe erwarten als Resultat der Aufrüstungen und Neuinstallationen von Rauchgasentschwefelungsanlagen oder „Rauchgaswäschern” in ihren Kraftwerken bis 2010 Ausgaben in Miliarden von Dollars. Nickelhaltige Werkstoffe spielen bei diesen Projekten eine bedeutende Rolle. Die in Ohio ansässige American Electric Power (AEP), eine der größten elektrischen Versorgungsbetriebe in den Vereinigten Staaten, gibt z. B. mehr als 3,4 Milliarden US Dollar aus, um bis 2010 über 48 % ihrer 25.746 MW kohlegefeuerten Generatoren umzurüsten. Dieses Programm schliesst sowohl den Austausch von alten Gaswäschern wie auch Neuinstallationen mit ein. Der Versorgungsbetrieb wählte N06022 und Duplex Edelstahl Rostfrei S32205, um die Rauchgasentschwefelungsanlage Block 5, den 400 MW Kraftwerksblock in der Conesville Anlage in Ohio, die vorher mit Gummi ausgefüttert war, umzurüsten. Die Anlage verfügt über vier Betriebseinheiten mit einer Kapazität von 1.745 MW (erzeugte Elektrizität). “Die Gummiauskleidung hielt fast 30 Jahre stand und erreichte das Ende seiner Lebensdauer,“ sagt Ron Balawajder, leitender Ingenieur bei AEP. „Wir denken, dass die verfügbare Legierungstechnologie eine bessere Lösung zur Auskleidung der Absorptionsanlage wäre als die derzeitig angebotenen Gummiprodukte, die niemals 30 Jahre standhalten würden.“ Obwohl das Unternehmen verschiedene Werkstoffe, einschl. Fiberglas in ihren Wäschern anwendet, bieten sich Nickellegierungen und Duplex Edelstahl Rostfrei aufgrund des durch hohen Chloridgehalt und niederem pH-Wert korrosiven Umfelds perfekt für die Einheiten in Conesville an. “Wenn wir unsere zukünftigen Umrüstungsprojekte bewerten, sehen wir uns die verfügbaren Optionen an und erachten Nickellegierungen als eine dieser Optionen,” sagt Balawajder. „Wir setzen Nickellegierungen bei Teilen des Systems ein, wo dieser Werkstoffu. E. die beste, kostengünstigste Lösung erbringt.“ Bei Block 5 z.b. ersetzte AEP die Kanäle aus Kohlenstoffstahl mit 150 t N06022, wie auch 100 t Edelstahl Rostfrei S32205 in weniger korrosiven Bereichen. Der Wäscher wurde ebenfalls mit diesen nickelhaltigen Werkstoffen ausgekleidet oder „tapeziert”. Der Wäscher im Block 6 steht als nächstes zur Umrüstung an der Reihe, 2009 folgt die Installation eines komplett neuen FGD - Rauchgasentschwefelungssystems in Block 4. Die umgerüsteten Nasswäscher werden SO2 Emissionen verglichen zu den gegenwärtigen 92% um 95 % reduzieren, während das neue System an Block 4 Emissionen um bis zu 98% abbauen wird. Virginia Heffernan ist eine in Toronto ansässige freie Mitarbeiterin. FOTOS: iStock
|




