Magazine
print this page make fonts smallermake fonts bigger

Mikroben greifen Wasserleitungen an 

Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen


Dezember 2006
Band 22, Nummer 1

Das Kernkraftwerk Catawba im York County (South Carolina).

Wasserleitungen aus Duplex-Edelstahl Rostfrei im Kernkraftwerk Catawba.


Das Wasser aus dem Wylie-See enthält viele Nährstoffe, die in den Rohrleitungen mikrobiologisch beeinflusste Korrosion entstehen ließ. Die Rohrleitungen werden nun durch Duplex-Edelstahl Rostfrei Leitungen ersetzt.


Español

English

Français

中文

日本語

Русский



Ausgabe als PDF-Datei (2 MB)

Artikel als PDF-Datei (0.2 MB)

Archiv

Gratis Abonnement

 



US-Amerikanische Kernkraftunternehmen ersetzen Wasserversorgungsrohre aus Kohlenstoffstahl durch Duplexrohre
Von Carroll McCormick

Nickel Magazine, Dezember 2006 --In mehreren Kernkraftwerken, die in den USA in den siebziger und achtziger Jahren gebaut wurden, werden die Wasserversorgungsleitungen wegen der längeren Haltbarkeit und Korrosionsbeständigkeit durch nickelhaltige Rohre aus Edelstahl Rostfrei ersetzt.

 Im Kernkraftwerk Catawba im York County (South Carolina) werden zum Beispiel die ursprünglichen Kühlwasserrohre aus Kohlenstoffstahl durch Leitungen aus Duplex-Edelstahl Rostfrei S32205 ersetzt. Die von Duke Energy betriebene Anlage wurde 1985 in Betrieb genommen und weist eine Nennleistung von 2258 MW auf. 

Bis jetzt wurden in Catawba Rohre mit einem Außendurchmesser von 914 bzw. 610 mm und einer Wanddicke von 9,53 mm auf einer Gesamtlänge von 152 m ersetzt. „Wir beabsichtigen, alle Wasserversorgungsrohre zu ersetzen,“ meint Curtiss Blackwelder, leitender Technikexperte im Kraftwerk. 

Die ursprünglichen Kohlenstoffstahlrohre (meistens API 5L, Güte B) leiden unter allgemeiner Korrosion und mikrobiell induzierter Korrosion (MIC). „An den Schweißnähten tritt zwar hauptsächlich MIC auf, aber wir haben dort auch schon Vorzugsangriffe aufgrund von Korrosion gesehen,“ meint Blackwelder. 

Catawba ist eine Frischwasseranlage und Kohlenstoffstahl war beim Bau des Kraftwerks in den 70er Jahren der bevorzugte Werkstoff. „Aber wie sich herausgestellt hat, ist das Wasser aus dem Wylie-See reich an Nährstoffen, was die Entwicklung von MIC förderte,“ meint Steve Lefler, leitender Ingenieur im von Duke Energy betriebenen Kernkraftwerk Catawba. „Wasserchemie ist ein Ziel in Bewegung,“ bemerkt er und fügt hinzu: „Es scheint eine weise Entscheidung zu sein, Materialien zu verwenden, die einen größeren Schutz bieten.“ 

Catawba führte letztes Jahr an den Ersatzrohren Sichtinspektionen durch. „Sie sehen wie neu aus,“ meint Lefler. „Die Wandstärken sind noch so wie an dem Tag, an dem wir sie gekauft haben, und es hat keine MIC-Angriffe gegeben.“ 

Die im November 2005 erfolgte Genehmigung von „Code Case N-741 for ASME Section III Boiler and Pressure Vessel Code“ (Kessel und Druckbehälter) für die Verwendung von Duplex-Edelstahl Rostfrei S32205 für „ASME Section III Code“ entsprechende Wasserrohre macht den Weg frei für die letztendliche Genehmigung in den USA durch die Nuclear Regulatory Commission (NRC). 

„Dies ist ein wichtiger Schritt für uns, obwohl wir die Verwendung von der Kommission genehmigen lassen müssen, bis dieser 'Code Case' durch die NRC geprüft und gebilligt ist,“ meint Lefler. 

Wahrscheinlich werden im Kernkraftwerk Catawba noch weitere Wasserversorgungsrohre aus Kohlenstoffstahl ersetzt. 

Die Legierung S32205 eignet sich in Catawba für Rohre vom Typ „ASME Section III Code“ nicht nur wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion und MIC-Angriffe, sondern auch weil sie schon im „ASME B31.1 Power Piping Design & Fabrication Code“ (Konstruktion und Herstellung von Kraftwerksleitungen) enthalten ist. Sie ist laut Blackwelder kommerziell sofort verfügbar und einfach zu verarbeiten, zu schweißen und zu verbinden. 

„Bevor dieser 'Code Case' abgeschlossen war, waren wir bezüglich der Einsatzbereiche von Duplex stark eingeschränkt,“ bemerkt Lefler. „Dies war eine gute Entwicklung für unsere Industrie: Wir können diesen Werkstoff jetzt in Anwendungen verwenden, in denen das vorher nicht möglich war.“

FOTOS: Duke Energy



Rita Sipe
Duke Energy Nuclear
Public Relations
Tel.: 704-382-8609
E-mail: rbsipe@duke-energy.com


<< Voriger   --   Nächster >>

Nickel
Nickel