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Chinas Herausforderung


Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen

Juli 2006
Band 21, Nummer 3

SICHERE, ZUVERLÄSSIGE Kernspaltungsreaktoren sind abhängig von nickelhaltigem Edelstahl Rostfrei und nickelhaltigen Legierungen.




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China ist jetzt der größte Anwender von Edelstahl Rostfrei in der Welt. Es ist nicht nur der größte Anwender, sondern verwendet auch mehr Edelstahl Rostfrei als die beiden nächstgrößten Anwender, die USA und Japan, zusammen. Während die chinesische Wirtschaft mehr als 10 % pro Jahr wächst, überrascht die Erwartung, dass die Nachfrage nach Nickel, einem wichtigen Bestandteil in den meisten Edelstählen, Schritt hält, nicht.

Im Energiesektor werden nickelhaltige Edelstähle unersetzlich, wenn China seinen Beitrag zur globalen Klimaänderung ernsthaft begrenzen will. Die gewaltige Herausforderung besteht kurzfristig darin, die Menge der Treibhausgase, die an die Atmosphäre abgegeben werden, zu begrenzen und gleichzeitig die steigende Nachfrage nach elektrischer Energie zu befriedigen.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA)wird jedes Jahr weltweit eine Energiemenge verbraucht, die etwa 10 Mrd. Tonnen Rohöl entspricht, und 91% dieser Menge stammt aus Quellen, die zu Treibhausgasen führen. Diese Emissionen betragen weltweit etwa 23 Mrd. Tonnen.

China ist schon der zweitgrößte Energieverbraucher und nach den USA der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Die IEA schätzt, dass China 2020 bei den gegenwärtigen Wachstumsraten wahrscheinlich mehr Energie als die USA verbraucht und seine Treibhausgasemissionen bis 2020 sich auf etwa 6 Mrd. t Kohlenstoffdioxid mehr als verdoppelt haben.

Etwa 7 % der gesamten erzeugten Energie in der Welt kommen zur Zeit aus Kernkraftwerken, einer Energiequelle, die keine Treibhausgase verursacht. In China beträgt dieser Anteil weniger als 0,2 %, was sich aber ändern wird. China hat beim Bau neuer Kernreaktoren eine führende Rolle eingenommen.

Wie der Sonderberichtin dieser Ausgabe zeigt, soll nach Wunsch der führenden nationalen Gruppe für Unabhängigkeit bei der Kernenergieentwicklung die installierte Kapazität bis 2020 40 GW erreichen, verglichen mit einer aktuellen Kapazität von 8,7 GW. Dies bedeutet, dass bis 2020 in China 30 Kernkraftwerke gebaut werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt wird dann die Kernenergieindustrie des Landes 4 % der elektrischen Energie erzeugen.

Wenn China den gleichen Anteil der elektrischen Energie wie Frankreich mit Kernenergie erzeugen könnte (75 %), würden seine Treibhausgasemissionen 2020 kein größeres Problem darstellen. Aber mit reichlich verfügbaren Quellen billiger Kohle wird dies kaum der Fall sein.

Regierungen weltweit müssen entscheiden, wie die in Kernkraftwerken anfallenden Abfallprodukte gespeichert werden, und China ist dabei keine Ausnahme. James Lovelock setzt in seinem Bestseller The Revenge of Gaia die Herausforderung durch den Abfall ins rechte Licht: Wenn die 23 Mrd. Tonnen Kohlenstoffdioxid, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe jedes Jahr emittiert werden, in fester Form vorlägen, könnte man daraus einen 1,6 km hohen kegelförmigen Berg mit einem Basisumfang von 32 km formen. "Würde dieselbe Energiemenge durch Kernspaltung erzeugt, dann würde nur ein Zweimillionstel des Abfalls entstehen, der einen Würfel mit 16 m Seitenlänge ausfüllen würde," meint er.

Die andere Kerntechnologie, die in 40 Jahren zu fast unbegrenzten Mengen billiger, sauberer elektrischer Energie führen könnte, ist die Kernfusion (siehe Nickel Magazine, März 1999). Ein Konsortium verschiedener Länder, darunter China, die USA, die Europäische Union, Japan, Russland und Südkorea, finanziert einen 5,5 Mrd. US$ teuren internationalen thermonuklearen experimentellen Reaktor (ITER). Die Anlagen dafür werden zur Zeit in Cadarache in Südostfrankreich gebaut. Wenn alles nach Plan verläuft, wird dieser experimentelle Reaktor bis 2015 fertiggestellt, und ein weiterer Demonstrationsreaktor könnte dann 2031 zum ersten Mal elektrische Energie erzeugen.

Aber bis zu diesem Zeitpunkt bietet die Kernspaltung angesichts des wirtschaftlichen Wachstums von Ländern wie China einen vernünftigen Weg, um die Versorgung mit elektrischer Energie zuverlässig zu sichern, ohne zur globalen Klimaänderung beizutragen.

 


Editor (Chefredakteur)

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