Ein spektakulärer Veranstaltungsort
Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen
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DIE ERÖFFNUNGSFEIER der FIFA-Fußballweltmeisterschaft findet in der neuen Allianz-Arena in
München statt.
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AUFBLASBARE STOFFPANELE erwecken den Eindruck, als schwebte die Allianz-Arena über dem Boden.
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Rohre aus EDELSTAHL ROSTFREI transportieren Trinkwasser in alle Toiletten und 2 größere Restaurants in
der Arena.
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EINE NEUE PRODUKTSERIE von Anschlussstücken aus Edelstahl Rostfrei wurde vor kurzem von der Viega GmbH
auf den Markt gebracht.
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MIT TAUSENDEN VON AUFBLASBAREN Stoffpanelen sieht die Allianz-Arena wie ein aufblasbares Schlauchboot
aus.
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Warum Wasserrohre aus Edelstahl Rostfrei für Münchens Weltmeisterschaftsstadion gewählt
wurden
Von Dean Jobb
Nickel Magazine, März 2006 -- Es erhielt den Spitznamen Schlauchboot, was leicht zu verstehen ist. Die äußeren Wände des reifenförmigen Fußballstadions von München, der Mitte 2005 fertiggestellten und 340 Millionen Euro teuren Allianz-Arena, sind mit Tausenden aufblasbaren Stoffpanelen bedeckt, die den Eindruck erwecken, als schwebte es über dem Boden.
Wenn Deutschland Gastgeber für die im Juni beginnende FIFA-Fußballweltmeisterschaft ist, dient das futuristische Stadion als Veranstaltungsort für die Eröffnungsfeiern und sechs Spiele, darunter ein Halbfinalspiel. München, eine Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern, ist zusammen mit 11 anderen Städten, darunter Berlin, Gastgeber für das Turnier, das mit den olympischen Spielen als meistgesehenes Sportereignis der Welt konkurriert.
Die ins Auge springende Architektur der Arena verbirgt aber ein sanitärtechnisches Meisterwerk. Die in Attendorn (Deutschland) ansässige Firma Viega GmbH & Co. lieferte die Rohre aus Edelstahl Rostfrei, die alle Toiletten, Küchen und VIP-bereiche eines fast 70.000 Zuschauer fassenden Stadions mit Trinkwasser versorgen. Die Gesamtlänge der verwendeten Rohre beträgt erstaunliche 8,5 km.
„Man wollte ein korrosionsbeständiges Material mit der höchsten Stabilität," meint Dr. Peter Arens, Leiter für Produktmanagement/Trinkwassersysteme bei Viega. Haltbarkeit und Hygiene waren weitere Gründe für die Wahl von Edelstahl, und laut Arens musste das Material angesichts der großen Menge von Rohren, die zur Versorgung des 250 m langen und 50 m hohen Stadions benötigt wurden, leicht sein. Die verwendeten Rohre weisen Durchmesser zwischen 35 und 108 mm auf. Die Durchmesser der meisten Rohre sind aber größer als 76 mm.
Als Rohrmaterial wurde S31600 verwendet, das zwischen 10,5 und 13,5 % Nickel enthält. (Viega-Rohre, die zur Trinkwasserversorgung dienen, werden von einer anderen deutschen Firma, Fischer Edelstahlrohre GmbH, in Achern-Fautenbach nach Kundenspezifikationen hergestellt.)
Deutschen Gesetzen entsprechend müssen für Trinkwasser vorgesehene Rohre aus Edelstahl Rostfrei mindestens 2 % Molybdän enthalten, damit sie gegen Desinfektionsmittel im Wasser korrosionsbeständig sind. Viegas Spezifikationen verlangen mindestens 2,3 % Molybdän, was eine noch größere Widerstandfähigkeit gewährleistet.
Der Bauunternehmer wollte für die Endverbindungen ein flexibleres Material verwenden, deshalb wurde für alle Rohre mit einem Durchmesser unter 35 mm und für die wenigen noch verbleibenden Meter bis zu den Hähnen Kunststoff benutzt.
Neben 550 Toiletten verfügt das Stadion über zwei Restaurants, in denen jeweils 1500 Fans Platz finden.
Viega konnte den Bauherren der Arena problemlos von der Idee überzeugen, Edelstahl Rostfrei anstelle der billigeren Kupferrohre zu verwenden. „Edelstahl Rostfrei ist in Bayern das absolute Lieblingsmaterial der Installateure," meint Arens. „In dieser Gegend Deutschlands mögen sie es wirklich." Laut Arens kann die Verwendung von Edelstahl für Trinkwasserrohre etwa 30 Jahre zu einem bedeutenden Großhändler zurückverfolgt werden, der das Material gegenüber Kupfer bevorzugte, während in anderen Gegenden Deutschlands die Bauunternehmer meistens Kupferrohre zur Trinkwasserversorgung einsetzen.
Die für das Allianz-Arena-Projekt gelieferten Verbindungsstücke waren zwar aus Bronze, doch letztes Jahr stellte Viega zum ersten Mal auch verschiedene Anschlussteile aus Edelstahl Rostfrei her. „Immer mehr Installateure möchten nur ein Material einsetzen," bemerkt Arens.
Die nach der Allianz AG, einem in München ansässigen internationalen Finanz- und Versicherungsunternehmen, benannte Allianz-Arena wurde im Mai 2005 eingeweiht und gehört gemeinsam den beiden Fußballklubs FC Bayern und TSV 1860, die hier ihre Heimspiele austragen. Mit der in den Wänden installierten Beleuchtung können die Stoffpanelen in der Farbe der jeweiligen Heimmannschaft erleuchtet werden – rot für den FC Bayern und blau für den TSV 1860. Die rautenförmigen Stoffpanelen werden von einer Stahlkonstruktion getragen und können wie ein riesiger LED-Bildschirm in wechselnden Farben beleuchtet werden.
Die Arena ersetzte Münchens alterndes Olympiastadion, das für die Olympischen Spiele 1972 erstellt wurde und während der Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland als Hauptveranstaltungsort diente. Nach der Fertigstellung wurde es zwar als architektonisches Meisterstück gepriesen, diesmal wurde es allerdings für die Weltmeisterschaftsspiele als ungeeignet angesehen. Pläne zur Modernisierung des Stadions wurden zugunsten eines kompletten Neubaus aufgegeben.
In Deutschland müssen Trinkwasserrohre gemäß den einschlägigen Baugesetzen mindestens 50 Jahre halten. Laut Arens werden die Rohre in der Allianz-Arena problemlos diesen Auflagen entsprechen.
Dean Jobb ist ein in Halifax, Neuschottland, ansässiger freier Mitarbeiter.
FOTOS: Viega GmbH & Co.
Viega GmbH & Co. |







