Umweltbelastung durch Quecksilber senken
Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen
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In UNSEREM LEITARTIKEL über 'sauberere' Elektrizität in der Novemberausgabe 2004 ist das wichtige Thema der Quecksilberbelastung von Kohlekraftwerken nicht zur Sprache gekommen. L. Mathay geht rechts kurz auf diese Frage ein. |
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Nickel Magazine, März 2005 -- Brief an den Herausgeber
RE: ‘Ökostrom’, Nickel Magazine, November 2004.
Wird Nickel bei der Quecksilberabscheidung aus Abwässern von Kohlekraftwerken eine Rolle spielen?
William L. Larsen, PE
Iowa, U.S.A.
Je nach den Umständen kann diese Frage mit Ja beantwortet werden. Doch bedarf es weiterer Hintergrundinformation, um die Probleme im Zusammenhang mit der Beseitigung von Quecksilber richtig zu verstehen.
Bei der Verbrennung von Kohle fällt Quecksilber in Schwebeteilchenform, als elementares und als oxidiertes Quecksilber an. Schwebeteilchen, eingebunden in Flugasche, werden über einen Ausfällapparat z.B. Elektroabscheider entfernt. Elementares Quecksilber kann nur mit einem Sorptionsmittel gebunden werden, es sei denn es oxidiert. Oxidiertes Quecksilber kann über einen Nasswäscher ausgeschleust werden.
Über die Quecksilberabscheidung ist vergleichsweise wenig bekannt. Fest steht, dass mit Nasswäschern, die den überwiegenden Teil des Schwefeldioxids aus dem Rauchgas herauslösen, auch nahezu das gesamte oxidierte Quecksilber gebunden wird. In Anlagen zur Minderung von Stickstoffoxidemissionen oxidiert der Großteil des elementaren Quecksilbers durch selektive katalytische Reduktion und erhöht so die Abscheidung in den Nasswäschern auf das geforderte Maß. Die meisten der heute betriebenen bzw. in Bau befindlichen Nasswäscher sind zum Schutz gegen Korrosion durch die meist stark schwefelhaltige Kohle aus einer Nickellegierung gefertigt.
Etwa ein Drittel der heute in den USA verbrannten Kohle hat den Qualitätsstandards entsprechend einen
geringen Schwefelgehalt. Die mit dieser Kohle befeuerten Kraftwerke benötigen daher keinen Nasswäscher. Zudem
wird bei der Verbrennung schwefelarmer Kohle überwiegend elementares Quecksilber freigesetzt, d.h. ein
Großteil des Quecksilbers kann mit der vorhandenen Technik nicht entfernt werden.Gesetze zur Reduzierung von
Quecksilberbelastungen sind derzeit noch in Vorbereitung.
Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass bis 2007-2009 eine Senkung von bis zu 90% erreicht werden muss.
Berichten zufolge ist für die nächsten 10 Jahre der Bau von mehr als 100 neuen Nasswäschern geplant. In diese
Planung sollten Überwachungstechnologien zur Minderung von Quecksilberbelastung und anderen Schadstoffen
miteinbezogen werden.
W. L. Mathay
Technischer Berater des Nickel Institute
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