Magazine
print this page make fonts smallermake fonts bigger
  • Juli >
  • Trennen von Trägermaterial und Nickelbeschichtung

Trennen von Trägermaterial und Nickelbeschichtung

Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen


Juli 2004
Band 19, Nummer 3

Verbraucherartikel wie Fernsehgeräte enthalten nickelbeschichtete Kunstoffteile. Die Rückgewinnung des Nickels aus diesen Teilen ist technisch realisierbar und wird vermutlich in Zukunft auch wirtschaftlich sein.

 

Verwandter Beitrag:

 Metallbeschichtung auf Plastik wiederverwertet, September 2000

Español

English

Français


Artikel als PDF-Datei (148 kB)

Archiv

Gratis Abonnement

Neue Plasmatechnik aus Japan ermöglicht Wiederverwertung metallbeschichteter Kunststoffe

Von Virginia Heffernan

Nickel Magazine, Juli 2004 -- Metallbeschichtete Kunststoffe sind ein Entsorgungsproblem. Sowohl bei ihrer Verbrennung, als auch beim Down-Cycling und der Deponierung geht das Metall verloren. Mit einem neuen Verfahren zum Trennen von Metall und Kunststoff könnten jetzt jedoch Haushaltsgeräte und Autoteile recyclingfähig gemacht werden.

Matsushita Electric Industrial, Japans größter Elektronikhersteller, eher unter dem Handelsnamen Panasonic bekannt, hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Metallbeschichtungen ohne Einsatz von Chemikalien vom Trägermaterial Kunststoff getrennt werden können. Bei dem in Zusammenarbeit mit der Universität von Kumamoto entwickelten Verfahren gehen weder Metall noch Kunststoff verloren, so dass beides wieder dem Herstellungsprozess zugeführt werden kann.

Nickel ist eines der am häufigsten zum Beschichten von Kunststoffen verwendeten Metalle, da es leicht zu reinigen und relativ korrosions- und abriebfest ist. Nickel-Chrom-beschichtete Kunststoffe werden für eine Vielzahl von Produkten verwendet, von dekorativen Verkleidungen an LKW und Geländewagen bis hin zu Badarmaturen.

Beim Matsushita-Verfahren werden metall- und insbesondere nickelbeschichtete Kunststoffe mittels einer plötzlichen elektrischen Entladung in Metall und Kunststoff getrennt. Laut einem Sprecher des Unternehmens ist das Verfahren sowohl wirtschaftlich als auch umweltfreundlich, da sehr einfache und preiswerte Technik eingesetzt wird, die sehr energieeffizient ist und zudem ohne Chemikalien auskommt.

Derzeit werden fast alle metallbeschichteten Kunststoffe entsorgt statt wiederverwendet. Zwar gibt es diverse Verfahren zur Trennung beider Stoffe, so z.B. das Auflösen der Beschichtung durch Säure, doch konnte keines dieser Verfahren bisher Hersteller, die ihre ausgedienten Produkte wiederverwerten wollten, wirklich überzeugen.

Aber dann wurde im April 2001 in Japan ein Gesetz verabschiedet, wonach alle Haushaltsgeräte, einschließlich Fernseher, Klimaanlagen, Waschmaschinen, Kühlschränke und seit kurzem auch Computer zu 50-60% recycelfähig sein müssen. Mit seiner Recyclingquote von 99% hilft das Matsushita-Verfahren japanischen Unternehmen, die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen.

Das von Matsushita ursprünglich für Fernsehgehäuse entwickelt Verfahren eignet sich auch für Computergehäuse, Projektoren, Spielkonsolen, Spielautomaten und Kfz-Teile. Das Unternehmen schätzt, dass mit der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2006 ca. 200 Tonnen Kfz-Teile wieder in Trägermaterial und Beschichtung getrennt werden können. Bis 2010 sollen 750 Tonnen Fernseher nach diesem Verfahren recycelt werden.

Laut Masushita sind bis dahin aber noch ein paar Hürden zu überwinden, wie etwa die geringe Kapazität der Anlage. Diese liegt derzeit bei nur 15 kg pro Stunde. Wenn es gelingt, die Geschwindigkeit des Verfahrens zu erhöhen, ist das Marktpotential sowohl in Japan als auch im Ausland enorm.

Im Masushita Eco Technology Center (MITEC) werden jährlich bis zu einer Million Haushaltsgeräte recycelt. Die Geräte werden von Einzelhändlern an Sammelstellen abgegeben und von hier an das Recycling-Center geliefert, wo sie sortengerecht einer von vier Recycling-Ketten zugeordnet werden. Das Center entwickelt für jede Kette ständig neue Recyclingmethoden, um so die Abfallmengen zu minimieren und die Herstellung wiederverwertbarer Produkte zu optimieren.

Die Entwicklung des Schichtablösungsverfahrens begann im November 2002, als es Matsushita erstmalig gelang, mit Hilfe der Plasmaentladung Metallfilme von Kunststoff zu trennen. Für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzepts hin zu einer konkreten Anwendung konnte das Unternehmen mit Professor Akiyama von der Universität von Kumamoto einen Spezialisten auf dem Gebiet der Plasmaentladung gewinnen.

Virginia Heffernan ist eine in Toronto ansässige freie Mitarbeiterin.

FOTO: Panasonic



Kalia Farrell
Panasonic
Secaucus, New Jersey
U.S.A.
07079
Tel: 1-201-392-6159
E-mail: farrellk@panasonic.com
Web site: www.panasonic.com


<< Voriger  --   Nächster >>

Nickel
Nickel