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Ein neuer Werkstoff für eine alte Technologie

Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen


Oktober 2003
Band 19, Nummer 1

 
  

EINE DER ZEHN aus massivem Metall gefertigten Förderschnecken, die mit einem Durchmesser von 3,8 Metern und einer Länge von 15,2 Metern dazu dienen werden, in der Abwasserkläranlage Hyperion in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien Abwasser auf eine Höhe von fünf Metern zu befördern.

EINE IN EINER HOLLÄNDISCHEN Windmühle eingesetzte Förderschnecke aus dem Jahr 1800.

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Für eine Abwasserkläranlage in Los Angeles werden zehn riesige archimedische Förderschnecken hergestellt.
Von Dr. Gerry Crawford

Nickel Magazine, Oktober, 2003 -- Die archimedische Förderschnecke als Erfolg zu bezeichnen, wäre angesichts der Tatsache, dass dieses Gerät vor 2.200 Jahren von dem großen Mathematiker höchstpersönlich erfunden wurde und auch heute noch in allen Teilen der Welt Anwendung findet, wohl eine Untertreibung. Einfach erklärt rotiert die Förderschnecke in einem eng anliegenden geneigten Zylinder, wodurch das Wasser mit nur geringen Rückflussverlusten mehrere Meter hoch befördert werden kann. (Die nebenstehende Abbildung zeigt eine archimedische Förderschnecke und eine Windmühle aus der Zeit um 1800.)

Bisher wurden zwei massive Förderschnecken aus Edelstahl Rostfrei S31600 bereits in der riesigen Hyperion-Abwasserkläranlage in Los Angeles, einer der größten derartigen Anlagen der Welt, eingebaut, und acht weitere befinden sich zur Zeit in Herstellung. Jede der 10 Förderschnecken hat einen Durchmesser von 3,8 Metern, ist 15,2 Meter lang und wiegt 36,4 Tonnen. Insgesamt werden 364 Tonnen Edelstahl Rostfrei mit einem Nickelgehalt von etwa 12 % verwendet werden, um die bestehenden epoxidbeschichteten Kohlestoffstahlschnecken, die mittlerweile korrodiert sind, zu ersetzen.

Die am Ozean gelegene Hyperion-Anlage befindet sich seit 1951 in Betrieb. In den frühen 90er Jahren hat eine Konstruktionsänderung den Einbau einer Zwischenpumpstation erfordert, mit der das Wasser beinahe fünf Meter hoch befördert wird, so dass es dann allein durch die Schwerkraft durch den Rest der Anlage fließt. Die zehn archimedischen Förderschnecken stellten die Pumpen der Wahl für die Zwischenpumpstation dar.

Die ersten Förderschnecken wurden aus epoxidbeschichtetem Stahl hergestellt, und da von den Abwässern Schwefelwasserstoff freigesetzt wird, wurden die Förderschnecken in einem Gebäude installiert, um eine Geruchsbelästigung und Verschmutzung der nahen Umgebung zu vermeiden. "Unglücklicherweise aber trifft der Schwefelwasserstoff in der Anlage mit der feuchten Seeluft zusammen, und dies ergibt ein sehr aggressives Milieu", erklärt Michael Lewis, der Maschinenbau- und Verfahrensingenieur, der die Stadt Los Angeles in technischen Fragen berät. "Nach nur vier Jahren führte die Korrosion zu einem katastrophalen Versagen einer der Förderschnecken. Die ausgefallene Förderschnecke wurde repariert und vollständig mit einem patentrechtlich geschützten quarzgefüllten Novalac-Epoxid beschichtet. Nach weniger als einem Jahr entdeckten wir aber, dass die Epoxidbeschichtung Blasen warf und absprang. Zu diesem Zeitpunkt stiegen wir auf Edelstahl Rostfrei S31600 um, weil eine den gesamten Lebenszyklus berücksichtigende Kosten-Nutzen-Analyse ergab, dass Edelstahl Rostfrei allen anderen Alternativen haushoch überlegen war." Die vom Nickel Development Institute zur Verfügung gestellten technischen Informationen waren für die Entscheidung zugunsten eines Umstiegs auf Edelstahl Rostfrei ausschlaggebend.

Die Förderschnecken werden von einem Auftragnehmer, der Firma Spaans Babcock in den Niederlanden (siehe Abbildung), hergestellt. Und die Anlage umfasst noch wesentlich mehr Komponenten aus Edelstahl Rostfrei, wie beispielsweise Rohrleitungen, Faulräume und sonstige Anlagenteile. An der Hyperion-Anlage ist überhaupt alles riesengroß. Sie erstreckt sich über etwa 58 Hektar und klärt die Abwässer, die von vier Millionen Einwohnern über beinahe 11.000 Kilometer Abwasserrohre aus einem mehr als 1.550 Quadratkilometer großen Gebiet von Los Angeles in die Anlage geleitet werden. Die Anlage kann Sturmspitzen von 1.700 Millionen Litern pro Tag bewältigen, und ihre Sedimentationstanks sind so groß wie Fußballplätze. Im Bereich der Kläranlagentechnologie besteht definitiv ein großer Bedarf an Edelstahl Rostfrei, und zwar sowohl in alten als auch in neuen Anlagen.

 

 

Dr. Crawford ist ein technischer Berater des Nickel Development Institute

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Hyperion Wastewater
Treatment Plant.



Hyperion Wastewater Treatment Plant
City of Los Angeles
California, U.S.A.
Website: www.lacitysan.org/htp.htm

Spaans Babcock bv
P.O. Box 79
8560 AB Balk-Meerweg 26, 8561 AV Balk
Niederlande
Tel: 31 514 608282
Fax: 31 514 604485
E-mail: info@spaansbabcock.nl
Website: www.spaansbabcock.nl




Kostenlose technische Literatur zum Thema der nickelhaltigen Werkstoffe im Bereich der Wasserkläranlagen:

Steel Package Water and Waste Water Treatment Units (2000) SCI P245

Application for Stainless Steel in the Water Industry: Water Industry Information & Guidance Note (1999) IGN 4-25-02

Guidelines for the use of Stainless Steel in Municipal Waste Water Treatment Plants (1995) 10076

Guidelines for Selection of Nickel Stainless Steels for Marine Environments, Natural Waters and Brines (1987) 11003

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Weitere Informationen über den Einsatz nickelhaltiger Werkstoffe im Wassersektor finden Sie unter www.stainlesswater.org



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