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Auf leichten Flügeln

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR NICKEL UND SEINE ANWENDUNGEN

März2008
Band 23 , Nummer 2

 

Die BOEING 787, auch als „Dreamliner” bekannt.
Man findet überall in der 787 Komponenten aus Verbundfaserstoff.
Durch Verbesserungen wird verglichen zum CF6-80C2 Triebwerk eine Kraftstoffverbrauchsverminderung an der B-767 von 15% erzielt, was beim Dreamliner zu einem 8%igen Anteil der gesamten Kraftstoffeinsparung führt.
Die MONTAGEABTEILUNG bei Boeing.
TEIL eines FLUGZEUGRUMPFES mit den bereits installierten Verbundkomponenten.
Der DREAMLINER kann bis zu 290 Passagiere auf Langstreckenflügen und bis zu 330 Passagiere auf kürzeren Routen aufnehmen.
FORM einer Triebwerksverkleidung aus Verbundmaterial.
Bis Ende Januar 2008 erhielt Boeing von 56 Kunden Aufträge für 857 Dreamliners, was diesen, laut Boeing, zum sich am schnellsten verkaufenden Flugzeugtyp der Welt macht.
Hersteller von Triebwerken waren schon immer auf hochtemperaturbeständige Nickellegierungen angewiesen.
FLÜGELMONTAGE: Nickel macht den Einsatz von leichten Verbundstoffen möglich.


 

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Nickel leistet Beitrag zu nachhaltigem Lufttransport
Von Carrol McCormick

Nickel Magazine, März 2008 -- Luftfahrtgesellschaften sind ständig bestrebt, den Verbrauch von Kraftstoff zu drosseln. Dies würde nicht nur Kosten sparen (der Kraftstoffverbrauch im Jahre 2006 war weltweit für 26% der Betriebsausgaben von Fluglinien verantwortlich), sondern auch die Umweltbelastung reduzieren (die Luftfahrt bleibt nach wie vor der Hauptsünder für Emissionen von Stickstoffoxidul und Kohlendioxid).

Die Flugzeugproduzenten antworten darauf mit größeren Produktionsvolumen von kraftstoffsparenden Flugzeugen. Schnelle und auffällige Designs, wie das von der Boing Company 2001 enthüllte Sonic Cruiser Konzept wurde schon ein Jahr später wieder fallen gelassen, und von langsameren aber wirtschaftlicheren Flugzeugtypen ersetzt. Es wird wohl kaum eine weitere Concorde geben.

In den letzten 40 Jahren hat sich die Kraftstoffleistung von Flugzeugkonstruktionen um 70% verbessert, wobei 20% dieser Verbesserungen in die vergangene Dekade fielen. Seit den 60er Jahren reduzierte sich der Kohlenstoffmonoxidwert um 50%, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Rauch um ca. 90%. Die IATA (Internationale Lufttransportvereinigung) berichtet, dass Stickstoffoxidemissionswerte bis 2020 um 80% reduziert sein könnten und die Kraftstoffeffizienz um 25% besser wäre – all dies als Resultat von Investitionen in neue Flugzeugtypen. Diese Verbesserungen sollten dann innerhalb der nächsten 13 Jahre 345 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen eliminieren.

Verbesserte Treibstoffeffizienz konnten Flugzeughersteller durch fortschrittlichere Aerodynamik, besonders im Bereich der Winglets, die durch ihre vertikale Verlängerung am Ende der Tragflächen u.a. den Luftwiderstand reduzieren, erreichen. Natürlich spielen auch bessere Motorenkonzepte eine Rolle: zum Beispiel der Einsatz von Hochtemperatur Nickellegierungen, die höhere Betriebstemperaturen erlauben.

Die bemerkenswertesten Verbesserungen werden aber mittels Leichtbauweise der Flugwerke erreicht. Das ist durch den Ersatz von Aluminium durch ständig zunehmende Mengen von Verbundwerkstoffen möglich wie z.B. mit Lagen von Kohlefaserschichten, die in Epoxydharz getränkt werden. Drei Flugzeugtypen illustrieren diesen Trend:

Als die Boeing 777 im Jahre 1994 zum ersten Einsatz kam, bestand sie zu 9% aus Verbundmaterial (eine andere Quelle spricht von 12 %). Beim Airbus A-380, der im Jahre 2005 zum Jungfernflug startete, waren es bereits 23% des Flugwerkgewichts. Boeing hat bei seinem neuesten kommerziellen Flugzeug vom Typ 787, dem sogenannten Dreamliner, der im Jahre 2009 zum Jungfernflug starten wird, den Anteil von Verbundmaterial auf 50% gesteigert.

Der Dreamliner ist das erste kommerzielle Flugzeug mit einem komplett aus Kohlefaserverbund bestehenden Flugwerk anstelle des herkömmlichen Aluminiums. Laut Aussage von Boeing wird dieser hohe Anteil an Verbundmaterial, zusammen mit verbessertem Motorendesign und Aerodynamik den Dreamliner im Vergleich mit der B-767 oder dem Airbus 330 im Kraftstoffverbrauch um 20% effizienter machen.

Eine vom Schweizer Physiker Charles-Édouard Guillame (1861-1938) im späten 19. Jh. entwickelte Nickellegierung mit 36% Nickel, Invar genannt, spielt in der Herstellungstechnik mit Faserverbundwerkstoffen eine entscheidende Rolle. Die wichtigste Eigenschaft dieser Nickellegierung, nämlich ein thermischer Ausdehnungskoeffizient von nahezu Null macht diese Legierung zum Werkstoff der Wahl für wiederverwendbare Formen oder Kerne die mit harzgetränkten Fasersträngen geschichtet und anschließend im Autoklaven bei Temperaturen von 375 – 425° Celsius ausgehärtet werden. Die aussergewöhnliche Stabilität von Invar garantiert, dass die präzisen Toleranzen von Bruchteilen eines Millimeters während der Aushärtung beibehalten werden.

Boeing verwendet Verbundwerkstoffe für die Haut des Dreamliners (Rumpfwerk, Tragflügel und Rumpfende, sowie für andere Teile des Flugwerks wie z.B. der Flügelmittelkasten). Beispielsweise wird ein 6,7 m langer und 5,8 m breiter Rumpfwerkabschnitt durch Lagen von expoxygetränkten Kohlestofffaserbändern auf rotierende Kerne bestehend aus kleineren, miteinander verbundenen Kernelementen erzeugt. Ein einteiliger Rumpfwerkabschnitt eliminiert 1500 Aluminiumblechplatten und 40 000 – 50 000 Nieten.

Die Spannweite des 787-3 Dreamliners beträgt 52 m. Die Tragflügelhaut besteht aus Faserverbundmaterial, das in Lagen auf 2 verschiedenen Invar Kernelementen aufgelegt wird, wobei einer davon eine Länge von 31 m und ein Gewicht von 36 t aufweist.

Insgesamt wiegt Boeings Dreamliner durch den Einsatz von Faserverbundwerkstoffen 4.536 kg weniger als die Verwendung von Aluminium erforderlich gemacht hätte.

Der A-380 sowie der Dreamliner sind in Hinblick auf Kraftstoffverbrauch pro Passagiermeile supereffizient, aber tragen auch zu effizienterem Flughafengebrauch bei, indem sie die lokale Luftverschmutzung reduzieren helfen. Die A-380 mit der typischen Anordnung von 555 Sitzplätzen und einer Flugreichweite von 15000 km, passt genau auf das Flughafen Drehkreuzmodell des Lufttransports, wobei größere Flugzeuge zwischen zentralen Flughäfen und kleinere Flugzeuge von und zu regionalen Flughäfen operieren.
Eine Option, die Überlastung und Verspätungen an großen Flughäfen zu vermindern, wäre, weniger Flugzeuge mit mehr Passagierkapazität einzusetzen.

Der Dreamliner hat eine Flugreichweite von 4.650-5.650 km für die 787-3 Version, 14.200-15.200 km für die 787-8, und 14.800-15.750 km für die 787-9.
Er kann bis zu 290 Passagiere auf Langstreckenflügen und bis zu 330 Passagiere auf kürzeren Routen aufnehmen. Die 787 ist ein mittelgroßes Flugzeug (unähnlich der A-380, die breitere Landepisten und Rollbahnen, überdimensionale Flugsteige und spezielle Bodenabfertigungsgeräte erfordert), das beitragen könnte, Flughafenüberlastungen durch Nichtbenützen der Hub-Flughäfen zu reduzieren.

Bis Ende Januar 2008 erhielt Boeing von 56 Kunden Aufträge für 857 Dreamliners, was diesen laut Boeing zum sich am schnellsten verkaufenden Flugzeugtyp der Welt macht.

Caroll Mc Cormick ist ein in Montreal ansässiger freiberuflicher Autor.

Fotos: The Boeing Company



Mary Hanson
Boeing Commercial Airlines
Seattle, WA
Tel.: 1- 425-294-6101
E-mail: mary.hanson@boeing.com
Internet: www.boeing.com/commercial/787family

 

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