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Der Alleskönner

Die Fachzeitschrift für Nickel und seine Anwendungen

Juli 2004
Band 19, Nummer 3

EDELSTAHL ROSTFREI ersetzt Anwendungen aus Gusseisen, wie diese Stautore in der Abwasseraufbereitungsanlage in Alabama, USA.



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Nickel sowie Edelstähle und Legierungen auf Nickelbasis werden weltweit immer häufiger eingesetzt. Einige Anwendungen sind neu, andere bereits Standard. Doch selbst in traditionellen Anwendungsbereichen steigt die Nachfrage – und zwar dort, wo Nickel bislang nicht verwendet wurde. So hat sich in China, dem Land mit dem größten Wirtschaftswachstum, der Nickelverbrauch im Zeitraum von 1997 bis 2002 verdreifacht.

Allgemein ist in Entwicklungsländern eine wachsende Nickelnachfrage zu verzeichnen, da Regierungen zunehmend Wert auf langlebige Infrastrukturen legen. Unternehmen der Chemie-, Öl- und Gas-Industrie, der Abwasserwirtschaft, der Nahrungsmittelindustrie und anderer Branchen setzen in Entwicklungsländern zunehmend auf korrosionsbeständige Prozesse. Gleichzeitig steigt in diesen Ländern der Bedarf an hygienischem und optisch ansprechendem Koch- und Tafelgeschirr, Haushaltsgeräten und Verbraucherelektronik – was ebenfalls zur erhöhten Nickelnachfrage beiträgt.

In den Industrieländern zeigen unterdessen scheinbar einfache, aber innovative Nickelanwendungen wie beispielsweise Stautore aus Edelstahl Rostfrei in Wasseraufbereitungsanlagen in den USA (siehe Beitrag Seite 12), dass Edelstahl Rostfrei weniger geeignete, teuere und schwerere Werkstoffe ersetzen kann. Daraus lässt sich für die steigende Nickelnachfrage eine wichtige Erkenntnis ableiten: auch wenn die Gründe für die Verwendung von Nickel und nickelhaltigen Werkstoffen – wie im Fall der Abwasseraufbereitungsanlagen – oftmals standortspezifisch sind, so haben sie auch eine globale Bedeutung.

Mit der Senkung des Energiebedarfs von Klimaanlagen durch höhere Wirkungsgrade (s. Beitrag Seite 4) und die Reduzierung des Rußausstoßes von Dieselfahrzeugen (s. Beitrag Seite 6) lässt sich eine spürbare Verbesserung der Luftqualität erzielen. Daneben kann durch eine höhere Qualität von Schweißnähten an Behältern in verfahrenstechnischen Anlagen (s. Beitrag Seite 9) das Risiko einer ungewollten Freisetzung giftiger Chemikalien verringert werden. Neue Fügeverfahren für Superlegierungen tragen dazu bei, die vom Flugverkehr ausgehende Umweltbelastung zu reduzieren (s. Beitrag Seite 10). Und die Verwendung Tausender von Nickel-Kadmium-Batterien in einer zentralen Stromversorgungsanlage verringert die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen, die ganze Ortschaften lahm legen können (Seite 6). All diese Anwendungen von Nickel und Nickellegierungen bedeuten für Menschen in bestimmten Lebensräumen eine höhere Lebensqualität, verbessern gleichzeitig aber auch die Welt, in der wir alle leben.

Ein weiterer Vorteil von Nickel besteht darin, dass es vielfach aus alten Produkten vollständig zurückgewonnen werden kann. Daher sind mit dem vermehrten Gebrauch von ‘neuem’ Nickel auch keinerlei Nachteile für zukünftige Generationen verbunden. In einigen Bereichen wird Nickel aber nicht in dem Maße wiederverwertet, wie es möglich wäre. Dies gilt u.a. für nickelbeschichtete Kunststoffteile, wie sie in Fernsehern, Computern, Küchengeräten und anderen Gegenständen des täglichen Gebrauchs verwendet werden. Glücklicherweise gelang es nun Forschern in Japan, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Nickelbeschichtungen ohne Zusatz von Chemikalien von Kunststoffen getrennt werden können (Seite 5). Dank dieses Verfahrens hat selbst der oft dekorative Gebrauch von Nickel für die Menschheit noch einen Nutzen.


pwhiteway@nickelinstitute.org
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